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Synthetische Kraftstoffe: Alternative zur E-Mobilität

Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge sind für Kurzstrecken eine Alternative.
Für lange Strecken oder schwere Lasten können synthetische Kraftstoffe eine klimafreundliche Variante sein. Foto: ProMotor

Bonn. Wenn es um alternative Antriebskonzepte geht, steht zurzeit der elektrische Antrieb im Fokus. Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge sind vor allem im Kurzstreckenverkehr eine Alternative.

Wo jedoch lange Strecken oder schwere Lasten zu bewältigen sind, gebührt anderen klimafreundlichen Antriebskonzepten der Vorzug.

Dazu zählt durchaus auch der Verbrennungsmotor: „Mit klimaneutral hergestellten synthetischen Kraftstoffen stünde sofort der gesamte Bestand von über 52 Millionen Pkw und Nutzfahrzeugen für den Abbau der CO2-Belastung zur Verfügung“, so Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Was sind E-Fuels?

Bei E-Fuels handelt es sich um synthetische Kraftstoffe, die komplett ohne fossile Rohstoffe, aber auch ohne die Nutzung nachwachsender Pflanzen oder anderer organischer Verbindungen hergestellt werden.

Ausgangsstoffe sind stattdessen Wasser und das vorhandene Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre, das mit Hilfe von Strom zu langen Kohlenstoffketten zusammengefügt wird, die denen von fossilen Mineralöl-Kraftstoffen ähneln. Weil beim Verbrennen nur so viel CO2 entsteht wie bei der Herstellung verwendet wurde, ist der Öko-Sprit klimaneutral, wenn der dazu benötigte Strom grün ist.

E-Fuels sind in vielerlei Hinsicht eine spannende Lösung: Denn anstatt die Antriebstechnik auf Batterie und E-Motor umzustellen, könnte man den Verbrennungsmotor und all die anderen bekannten Komponenten einfach weiter nutzen – inklusive der bestehenden Tankstelleninfrastruktur. Die CO2-Senkung käme nicht durch den kompletten Verzicht auf Verbrennung zustande, sondern durch den Umstieg auf klimaneutrale Kraftstoffe.

Den E-Fuels könnte durch Einsatz von Fördermitteln zu wettbewerbsfähigen Preisen verholfen werden. Auf diese Weise ließen sich wesentlich schneller Erfolge erzielen als allein über die nur langsam in den Bestand einfließenden Batterieautos. Auch müsste keine neue Ladeinfrastruktur geschaffen werden, da das bestehende Tankstellennetz genutzt werden könnte.

Eine Alternative ist im Blick auf die Zukunft auch der mittels Wasserstoff und Brennstoffzelle angetriebene Elektromotor. Hinsichtlich Gewicht, Reichweite und Betankungsdauer ist diese Antriebsart den batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen der Vorrang zu geben. „Langfristig ist Geld für die Ausrüstung von Tankstellen mit Wasserstoffsäulen wesentlich sinnvoller angelegt als für die Schaffung fußballfeldgroßer Elektro-Ladeparks entlang der Fernstraßen“, so Karpinski.

Der ZDK unterstützt deshalb auch die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Altmaier zur industriellen Herstellung klimaneutral erzeugten Wasserstoffs. Damit schlage man laut Karpinski zwei Fliegen mit einer Klappe, weil der Wasserstoff sowohl für den Brennstoffzellenantrieb als auch für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe genutzt werden könne.

Letzte Änderung: 08.11.2019Webcode: 0127020