Oldtimer brauchen Spezialisten

Wertvolle Oldtimer benötigen fachgerechten Service im "Fachbetrieb für historische Fahrzeuge". Quelle: ProMotor.

[09.08.2018] Bonn. Altes Blech ist beliebt. Die Zahl der Fahrzeuge, die mit einem H-Kennzeichen unterwegs und somit mindestens 30 Jahre alt ist, steigt jährlich um rund elf Prozent. Doch wer kennt sich noch mit der alten Technik aus?

422 213 Pkw waren am 1. Januar 2018 auf ein steuervergünstigtes H-Kennzeichen zugelassen. Zählt man Motorräder und Nutzfahrzeuge hinzu, sind es fast 480 000. Nicht zu vergessen weitere knapp 60 000 Exemplare mit einem so genannten roten 07er-Kennzeichen, für dessen Erteilung ähnliche Kriterien gelten, das aber nur eingeschränkt nutzbar ist. Die Zahlen beeindrucken.

Um die Old- und Youngtimer fachgerecht warten und reparieren zu lassen sind die bundesweit rund 700 spezialisierten „Fachbetriebe für historische Fahrzeuge“ gute Adressen. Seit 2009 kümmert sich der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe darum, altes Kfz-Wissen zu erhalten und Spezialbetriebe zu kennzeichnen.

Die rund 700 Fachbetriebe wurden von ihren Kfz-Innungen zertifiziert und sind damit berechtigt, das entsprechende Hinweisschild neben dem „Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ zu führen. Dafür müssen die Kfz-Betriebe vertraglich festgelegte Standards für die Wartung und Instandsetzung der historischen Fahrzeuge erfüllen und erfahrenes Fachpersonal nachweisen.

Fachwissen muss erhalten bleiben

Darüber hinaus kümmert sich der ZDK auch um die Weitergabe des Fachwissens. Schließlich sind die meisten altgedienten Kfz-Mechaniker, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts Vergaser einstellten und Unterbrecherkontakte wechselten, längst in Rente.

Daher bietet die Akademie Deutsches Kfz-Gewerbe (TAK) in Bonn das zehntägige Seminar „Servicespezialist Oldtimer und Youngtimer“ mit Abschlussprüfung an. 

Ausgangspunkt des Schulungskonzepts ist die Fahrzeugtechnik der 1970er bis 1990er Jahre. Für das Arbeiten an diesen Fahrzeugen sind andere Diagnosetechniken und Prüfmittel erforderlich als heute üblich. Zudem sind handwerkliche Fertigkeiten gefragt, die besonders bei jungen Mechatronikern nicht mehr zum Standard gehören und auch nicht mehr in der Ausbildung vermittelt werden. In den Fachbetrieben für historische Fahrzeuge sind diese Spezialisten tätig und sorgen für perfekten Service bei den automobilen Kulturgütern.

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Letzte Änderung: 09.08.2018Webcode: 0120896