Erst touren, dann kuren

[11.08.2017] Bonn. Die Insassen sind erholt, die Autos kurz vor dem Kollaps. Keine Zeit im Jahr zehrt mehr am Fahrzeug als der Urlaub: Gluthitze, heißer Asphalt, Schotterpisten, Insektenschwärme, Gepäck satt. Hätte der treue Begleiter auf Rädern was zu sagen, er würde lautstark hupen.

Wer jetzt einfach so weiterrollt, guckt spätestens beim ersten Herbstnebel trübe aus der Wäsche oder findet sich schneller zur Reparatur im Kfz-Meisterbetrieb wieder als geplant. Beispielsweise dann, wenn der Steinschlag auf der Motorhaube Rost angesetzt hat oder der Nagel im gefährlichen Reifenplatzer endete.

„Nach den Ferien brauchen die Autos eine Tiefenreinigung und für die Sicherheit einen Technik-Check in der Werkstatt. Und das mindestens genauso gründlich wie vor der Reise", rät Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Die Aufgaben Schritt für Schritt.

  • Alles, was vor dem Urlaub montiert und ins Auto gepackt wurde, muss ab und raus: Dachbox, Fahrräder, Schlauchboot, Heckträger, die Hundebox. Jedes Kilo zählt. Der Ballast schluckt Sprit und dämpft den Fahrspaß.
  • Nicht nur die kleinen Krümelmonster auf der Rücksitzbank haben frohes Spiel gehabt. Der Sand von der Adriaküste rieselte in jede Ritze. Dem gründlichen Saugen folgt die Fleckentfernung auf Polster oder Leder. Das Cockpit wird vom Staub befreit, der Schmutzfilm an den Innenscheiben verschwindet mit Glasreiniger – das A und O für saubere Scheiben in der kommenden dunklen Jahreszeit.
  • Baumharz, Insektenreste und Vogelkot sind hartnäckig und aggressiv. Schnelles Handeln tut Not. Dagegen helfen Spezialmittel. Achtung: Bei der Anwendung unbedingt der Gebrauchsanleitung folgen.
  • Wer jetzt bei der Außenwäsche spart, denkt zu kurz. Erst wird mit Hochdruck gesprüht, anschließend das Auto komplett inklusive Unterbodenpflege gewaschen und mit Politur oder Wachs gepflegt.
  • Nach der Wäsche kommt die Wahrheit ans Licht. Kleine Steine schlagen auf Schotterpisten schnell mal an Lack oder Glas. Damit aus den kleinen keine Kollateralschäden werden, legen versierte Werkstatthände hier günstig Hand an. Glasschäden zahlt die Teilkasko.
  • Der Reifendruck wird dem leeren Fahrzeug angepasst, der kritische Fahrerblick richtet sich auf Beschädigungen und Profiltiefe – drei Millimeter sollten es vor dem Wechsel auf Winterräder mindestens sein.
  • Weil Autofahrer an Bremsen, Licht, Stoßdämpfern oder Lenkung nichts zu suchen haben, übernimmt die Werkstatt den Technik-Check. Die Profis stellen, wo es nötig ist, auch die Scheinwerfer wieder auf Normal und füllen Flüssigkeiten auf.
  • Es muss nicht immer die Erste Hilfe nach einem Verkehrsunfall sein, um den Verbandkasten zu plündern. Pflaster und Mullbinden landen im Urlaub schnell mal auf aufgeschrammten Kinderknien. Fehlendes wird aufgefüllt.
Letzte Änderung: 11.08.2017Webcode: 0115310