Pudelwohl im Auto auf Reisen

[16.05.2018] Es wird miaut, gekläfft, gekräht. Tiere und Auto führen nicht immer eine glückliche Beziehung. Für viele Haustier-Besitzer wird der Urlaub aber erst zum Urlaub, wenn ihre Lieblinge mit von der Partie sind.

Während Hunde noch am liebsten immer und überall dabei sein wollen, fühlen sich Vögel, Hasen und viele Katzen im vertrauten Revier am wohlsten.

Die Besitzer sollten für sie rechtzeitig eine Betreuung organisieren, rät der Deutsche Tierschutzbund und startet jährlich die Aktion "Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier" – Tierfreunde kümmern sich um die Lieblinge anderer.

Sorgen sollten sich aber auch die Hunde- und Katzenbesitzer. Denn auf die Autotour müssen die Vierbeiner vorbereitet sein. Das fängt beim Arztbesuch an und hört beim sicheren Transport im Fahrzeug auf. Tipps für den tierisch guten Urlaub.

Langfristige Planung

Für Reisen innerhalb der EU brauchen Hunde und Katzen einen EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutschutzimpfung und müssen mit einem Transponder oder gut lesbarer, vor dem 3. Juli 2011 erfolgter Tätowierung gekennzeichnet sein.

Hilfreich ist auch die Anmeldung beim Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes für den Fall, dass Bello und Mieze sich beim Erkunden des neuen Terrains mal verirrt haben.

Einige Länder verlangen darüber hinaus eine Amtstierärztliche Bescheinigung oder eine Behandlung gegen Bandwürmer. Informationen erteilen der Deutsche Tierschutzbund sowie Botschaften und Fremdenverkehrsämter.

Der Arztbesuch sollte auch gleich für das Zusammenstellen der Reiseapotheke und das Verschreiben von Mitteln gegen Zecken und Flöhe genutzt werden. 

Sicherer Transport

Tiere sind laut Straßenverkehrs-Ordnung Ladung und als solche auch zu sichern. Was bürokratisch klingt, kann für Mensch und Tier lebensrettend sein.

Ungesichert fliegen große Hunde schnell als Geschosse durchs Auto. Autofahrer riskieren die eigene und die Gesundheit der Tiere, Bußgeld, einen Punkt, schlimmstenfalls auch den Versicherungsschutz.

Hunde reisen am sichersten in Transportboxen, abgeschirmt mit stabilem Trenngitter zum Kofferraum oder zu den Vordersitzen. Auf der Rücksitzbank können sie auch gesichert mit Anschnallgurt am Geschirr Platz nehmen.

Kleine Hunde finden in Boxen ihre Höhle, die im Fußraum hinter der Rücksitzbank steht. Hier werden auch die geschlossenen Transportboxen für Katzen fixiert. Automobilklubs und Sachverständigenorganisationen testen die Transportmöglichkeiten regelmäßig.

Auf die Reise im Auto sollten die Tiere übrigens bereits als Welpen eingestimmt werden, immer verbunden mit schönen Zielen wie dem Spaziergang oder dem Austoben auf dem Hundesportplatz.

Tipps für unterwegs

  • Mittel gegen Reisekrankheit. Tabletten können in Absprache mit dem Tierarzt helfen. So behandelt, sind die Tiere bei der Fahrt entspannter. Sie lernen, dass ihnen beim Reisen nicht übel wird, die Tabletten können beim nächsten Mal weggelassen werden.

  • Reisen in kühlen Stunden. Warum sollte es Hunden und Katzen anders gehen als uns Menschen. Bei Hitze fühlen wir uns hundeelend. Wer nachts oder in den kühlen Morgen- oder Abendstunden startet, kommt entspannt ans Ziel.

  • Klimaanlage richtig regeln. Die Wohlfühltemperatur beträgt mindestens 20 Grad. So wird beim Herausspringen in die Hitze der Kreislauf nicht allzu sehr belastet.

  • Keine Zugluft. Fenster, an denen Hunde sitzen, immer geschlossen halten. Eine Bindehautentzündung verdirbt allen die Ferienfreude. Auch Zugluft ist Gift für die Vierbeiner.

  • Regelmäßige Pausen. Nach spätestens zwei Stunden brauchen die Vierbeiner Auslauf. Lebenswichtig: Das Tier niemals auch bei geöffnetem Fensterspalt im Fahrzeug lassen. Die Sonne wandert.

  • Viel Wasser, wenig Nahrung. Vor dem Start und während der Fahrt hält frisches Wasser den Kreislauf konstant. Hunde, denen häufig unwohl ist, bekommen am Anreisetag vor der Fahrt kein Futter. Alle anderen erhalten unterwegs kleine Portionen.

  • Hilfe im Notfall. 30 Grad Celsius, Stau und kein Ende in Sicht. Lassie hechelt, wird unruhig, erbricht sich. Eine Kühlbox mit kaltem Wasser und ein Baumwolltuch ist Rettung in der Not. Das Tuch mit dem kalten Wasser tränken und auf den Hund legen. Auch Pfoten bringt man so wieder auf kühlere Temperaturen.

 

 

Letzte Änderung: 16.05.2018Webcode: 0119820